Archiv für Mai 2010

Adler entflogen

Was es nicht alles gibt… Der Koch will den Brei künftig woanders verderben, Lena gewinnt den Eurovision Song Contest für Deutschland und schon fühlt sich Horst Köhler gezwungen zurückzutreten. Gut, ich denke nicht dass es ihm wie Marcel Reich Ranicki mit seinem Fernsehpreis 2008 ging und er am Ende gar wegen dem Grand Prix sieg die Lust am Amt des Bundespräsidenten verloren hat… Nach dem was als Grund genannt wurde scheint es sich ja um die Vorwürfe dagegen gehandelt zu haben, dass er die Wahrheit auf den Punkt gebracht hat. Zugegeben – für Politiker ist das ja durchaus ein ungewöhnliches Verhalten, da hätte er sich mal bei anderen informieren können, die sich da besser auskennen…

Wahrscheinlich um den Medien irgendwelche dubiosen falschen Gerüchte über die Vertretungsregelung zu ersparen hat er in seiner Rücktrittrede ja noch erklärt wie der Laden weiter läuft. Der Präsident des Bundesrates übernimmt vorerst die Aufgaben, wenn der Adler aus dem Bundeshorst davongeflogen ist… oder eher umgekehrt…, und innerhalb der nächsten 30 Tage wird ein neuer Bundespräsident gewählt – mal gespannt wer das Rennen macht. Lena kommt in dem Fall wohl nicht in Frage, die ist zu jung und darf ja gerade mal seit ein paar Tagen selber bei Wahlen ihre Stimme abgeben. Stefan Raab hingegen könnte mit 44 ja prinzipiell gewählt werden… Ob sich am Ende gar der Koch in die Küche von Schloss Bellevue verirrt? Aber der will ja demnächst aus der Politik raus und endlich wieder dorthin zurückkehren, wo die wahre Macht im Staate liegt – in die Vorstandsetagen der Großkonzerne und Banken.

Das Grand Prix-Lied hab ich bis jetzt übrigens noch gar nicht gehört…

Am I smart enough?

Seit Heute bin ich Kunde von DB-Carsharing. “Kommen Sie einfach kurz vor Beginn der ersten Fahrt vorbei und holen sie ihre Kundenkarte am nächsten ServicePoint ab” stimmte schonmal nicht so ganz, die Sache dauerte dort etwas länger als der Hinweis nach der Online-Anmeldung vermuten ließ. So kam ich erst eine gute Viertelstunde nach dem Start meiner Reservierung an dem Fahrzeug an. Ein schnuckliger kleiner Smart sollte es für die erste Fahrt werden.

Das erste Hindernis stellte dann schon das Öffnen des Fahrzeugs mit der RFID-Kundenkarte dar, denn der Fahrzeugcomputer verweigerte hartnäckig den Einlass. Ein kurzes Telefonat mit der Hotline später wurde die Reservierungs-SMS erneut an das Fahrzeug übermittelt und danach durfte ich endlich im Fahrersitz platznehmen. Der Schlüssel war schnell gefunden, doch dann machte ich erstmal ein dummes Gesicht. Wo zum Teufel ist das Zündschloss? Einiges umhergefingere in der dunklen Tiefgarage später war diese Nebenqueste endlich abgehandelt – wer kann auch ahnen, dass beim Smart das Zündschloss in der Mittelkonsole bei der Handbremse untergebracht ist statt wie bei anderen Fahrzeugen üblich am Lenkrad oder zumindest in der Frontkonsole daneben… nun denn, ein kurzer Blick auf den Schalthebel – Tiptronic – ok, damit kann ich leben… Handbremse raus, Rückwärtsgang rein und los.

Bing Bing Bing Bing… das Anschnallzeichen blinkt und will nicht erlöschen… Gurt rein und wieder raus… testweise auch mal am Beifahrergurt gezuppelt… nein das ist es nicht… Also erstmal bei nächster Gegelenheit rechts ran und Handbuch studiert… Die Anschnallwarnung erlischt sobald der Fahrergurt angelegt ist… ist er doch… also nochmal den Gurt lösen und… oh, warum ist denn der Auswurf auf der falschen Seite… aha… da haben wir den Übeltäter, ich habe aus versehen das Beifahrer-Gurtschloss erwischt, die beiden liegen beim Smart ja nun wirklich nicht gerade weit auseinander. So, nun kann es wieder losgehen… Anschnall-Warnung ist aus, kein nerviges gebimmel mehr – perfekt.

An der Kreuzung geht der Motor aus – gut, Spritsparautomatik im Stand, kenne ich schon vom Audi A2 – kein Thema, runter von der Bremse und rauf aus Gas, dann springt er wieder an. Etwas nervig ist, dass ich mich an den meisten Ampeln zur Seite lehnen muss, weil der Rückspiegel mir mitten im Sichtfeld hängt… nungut, kaufen würde ich mir dieses Autochen auf Dauer nicht, aber so schlimm ist es nun auch nicht. Notitz an mich selbst: Das nächste mal plane solche Aktionen nicht gerade mitten in den einsetzenden Feierabendverkehr hinein! Es dauert fast eine Dreiviertelstunde bis ich endlich an meinem Ziel ankomme – eine gefühlte Ewigkeit im Stop and Go. Auf halber Strecke geht mir die Start-Stop-Automatik dann auch auf die Nerven und ich schalte sie ab – diese ständigen Hüpfer beim Anlassen für ein paar Meter aufrücken an der Ampel oder im Stau müssen nun wirklich nicht sein.

Dann stand ich etwas ratlos auf dem Parkplatz, drückte den Öffner für den Kofferraum (ja, der Smart hat tatsächlich eine Stellfläche hinter den Sitzen) und ausser dem Geräusch eines Servos passiert nichts, die Klappe bleibt zu… einiges rumprobieren und dumm gucken später habe ich das Rätsel gelöst. man muss erst oben das Fenster hochklappen (das vom Servo entriegelt worden ist) und kann danach den Rest der Klappe nach unten aufmachen um die Ladekante abzusenken – gewusst wie.

Das Navi ist ziemlich widerspenstig, oder meine Fingerfertigkeit reicht nicht aus für das etwas zu klein geratene Touch-Display des Autoradios… außerdem kannte der Routenplaner mein Ziel nicht, na gut, auf der Rückfahrt ging das dann einfacher, wenngleich mich die befehlsgewohnte Frauenstimme nachdrücklich aus der falschen Richtung in meine Zielstraße schicken wollte, aber hartnäckiges ignorieren der Anweisungen bringt sie dann schließllich zur Einsicht und auf meine Wunschroute zurück.

Drei Stunden DB-Carsharing in der “Klasse 0″ – eine nette Sache, die ein wenig Flexibilität in meine Mobilität bringt, zum Einkaufen oder für Besuche beim Tierarzt doch eine ganz gute Idee. Vor meiner Haustür gibt es gleich mehrere Stationen und zumindest heute waren dort auch diverse Autos im Pool verfügbar. Ich denke ich werde es wieder tun – nur den Berliner Stadtverkehr muss ich großzügiger einplanen. Ich habe schon mit viel Sicherheitspuffer gebucht und letztlich doch beinahe jede Minute davon gebraucht. Es bleiben zwei Mankos bei der Geschichte: 1. Das Fahrzeug muss immer zum gleichen Ausgangspunkt zurück, eine Einwegmiete ist nie möglich und 2. man muss vorher sehr genau wissen wie lange man das Fahrzeug benötigt.