Archiv für Oktober 2010

Vernebelungstaktik

Unsere hoch geschätzten Anti-Terror-Experten haben eine Methode ersonnen, wie den Stromkunden unnötiges Geld aus der Tasche gezog… Kernkraftwerke gegen Attacken per Flugzeug abgesichert werden sollen. Das Zauberwort heißt Nebelwerfer. Getreu dem Vogel-Strauß-Prinzip – “kann ich Dich nicht sehen, dann kannst Du mich nicht sehen” – werden die Gebäude mit den Nuklearreaktoren beim Anflug nicht identifizierter Flugzeuge blitzschnell eingenebelt, um den besoffenen Sportpiloten Terroristen das Zielen zu erschweren. Auch gegen den Einwand, dass bereits ein günstiges GPS-Gerät aus der nächsten Filiale eines Elektronikdiscounters die ganzen Bemühungen zunichte machen dürfte hat man natürlich eine Antwort. Man werde die Navigation im Fall der Fälle nach einem geheimen und nicht weiter spezifizierten aber vom Schwager des Nebelwerferproduzenten von führenden Luftfahrtexperten als wirkungsvoll bezeichneten Verfahren stören. Die Frage was die Anschlagsplaner an einem simplen Besuch der Örtlichkeit zuvor bei gutem Wetter daran hindert mit ihrer Handykamera ein Foto der Gebäude zu schießen und ihre Lage bezüglich der nächstbesten Landmarke abzuschätzen hat sich scheinbar keiner gestellt. Nur eines ist sicher – wer die Zeche dafür zahlen darf. Die Systeme, die sicherlich nicht gerade für einen Appel und ein Ei angeschafft und gewartet werden müssen landen über kurz oder lang natürlich auf der Stromrechnung der Verbraucher – genau wie die Mehrausgaben der Konzerne für die Brennelementesteuer. Letztlich bleiben also die Bürger wie immer die Dummen bei dem Spiel. Nichtsdestotrotz möchte ich weitere Tarnmaßnahmen gemäß folgender Konzeptskizze vorschlagen:

Konzeptskizze - Tarnsystem ZMC

Viel sinnvoller wären die Nebelwerfer doch beim nächsten Castor-Transport einzusetzen, um still, leise und klammheimlich im Schutze eines einzigen Streifenwagens den Castor-Transporter im dichten Nebel an einer Horde verwirrter Demonstranten vorbeizufahren anstatt sich mit mehr Personaleinsatz als bei der letzten Loveparade um die Unterschotterung der Bahngleise zu prügeln. Auch bei Baumfällarbeiten im Stuttgarter Schlossgarten hätte ein wenig Nebel vielleicht Wunder gewirkt.

Womit wir beim zweiten Thema dieser Woche sind – dem Sonderzug mit S21 Gegnern, den sich die Deutsche Bahn nach Berlin gefahren hat, damit diese dort gegen eben jene demonstrieren konnten. Wäre der Streik im Nahverkehr nicht eine prima Gelegenheit gewesen, die Jungs auf irgendein Abstellgleis zu schieben und mit einem leisen “Jetzt erleben sie live was 30 Minuten Fahrtzeitgewinn bedeuten” einfach mal eine Weile stehen zu lassen? Andererseits wäre ich natürlich auch nicht böse, wenn die bereits eingeplanten Finanzmittel stattdessen in einen ähnlichen Umbau des Frankfurter Hauptbahnhofes fließen würden, statt von Stuttgart nach Ulm bauen wir dann endlich die Schnellfahrstrecke von Frankfurt bis Fulda…  ja, schon gut… träumen wird man ja noch dürfen ;-)