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Strahlende Aussichten

Der Sommer kommt!

Endlich rollen sich einem nicht mehr automatisch die Ohrläppchen ein, wenn man vor die Tür tritt. Aber natürlich bin ich pünktlich zur neuen Witterung etwas erkältet – war ja klar.

Einige werden es aber anhand der Überschrift schon befürchtet haben, es geht hier natürlich nicht nur um das Wetter, sondern die nukleare Gefahr weit jenseits des Horizonts. Auf die schrecklichen Folgen der eigentlichen Naturkatastrophe will ich gar nicht weiter eingehen… die Tatsache, dass selbst in einer so hochtechnisierten Industrienation Tage und Wochen nach dem eigentlichen Ereignis noch immer so unzählig viele Menschen ohne solch essentielle Dinge wie Wärme, Wasser, Nahrung und Medikamente auskommen müssen ist zutiefst erschütternd. Ich möchte nie herausfinden müssen, was im Falle eines katastrophalen Großereignisses bei uns los wäre… All zu lange könnte ich mich von den Vorräten in meinem Schrank wahrscheinlich nicht ernähren und ohne Strom und Wasser wäre im Zweifel auch sehr schnell Schluss mit Lustig.

Während in den Medien die Legende der “Fukushima 50″ entsteht denke ich dabei an die “Liquidatoren” in Tschernobyl. Die “Fukushima 50″ haben wahrscheinlich auch kaum bessere Chancen auf eine gute Gesundheit als die Crazy 88. Wenn die Presse rätselt, was es nun bedeutet ob gerade schwarzer oder weißer Rauch über den Reaktoren aufsteigt bin ich ja schon heil froh, dass keine Zeitung das Bild mit “Habemus Papam” untertitelt. Der Rauch bedeutet nur eines, dass die Kacke im wahrsten Sinne des Wortes am Dampfen ist und das weiß man spätestens seit den ersten Explosionen und den beträchtlichen gemessenen Strahlendosen sowieso. Jeder Atomkraftbefürworter sollte sich einmal ernsthaft Gedanken darum machen, wen man hier bei uns im Fall der Fälle zum Aufräumen hin schicken könnte, oder wer sein Leben aufs Spiel setzt um zu retten was zu retten ist. Zum einen sind die meisten Menschen heutzutage nicht mehr leichtgläubig genug, als dass sie nicht merken würden, dass sie dabei verheizt werden, und zum anderen ist es in einer freiheitlichen Demokratie im Zweifel überhaupt nicht möglich jemanden zwangsweise dazu zu verpflichten das zu tun. Wer also erklärt sich freiwillig bereit die Schaufel bei uns in die Hand zu nehmen, wenn die Technik vor der Strahlung kapituliert und Roboter nicht mehr eingesetzt werden können?

Aus einer der “modernsten und sichersten Atomanlagen” wurde in den Medien ratzfatz ein “Methusalem-Reaktor” und Bundeskanzler Merkel verordnet den ältesten deutschen Kraftwerken eine dreimonatige Denkpause. Das eben jene Kraftwerke genau wie allen anderen Nuklearreaktoren in Deutschland, die dank Schwarz-Gelb im Rahmen der Laufzeitverlängerung mal eben flux mehr als ein Jahrzehnt länger als ursprünglich von Rot-Grün vorgesehen laufen sollen zuvor noch als so unanzweifelbar sicher galten, dass man die verlängerten Betriebszeiten gar nicht erst von einer solchen Überprüfung abhängig machen wollte hat sie innerhalb weniger Tage vergessen und das Fähnchen in eben jenen Wind gehängt, der die abgelassenen radioaktiven Dämpfe glücklicherweise meist aufs Meer hinaus und nicht all zu oft Richtung der Megapole Tokio treibt. Über die albernen Pläne die Meiler gegen die Gefahr böser mit Flugzeugen um sich schmeißender Terroristen zu sichern habe ich ja bereits vor einiger Zeit hier berichtet.

Herr Mappus in BaWü darf sich nun auf einmal nicht nur mit Demonstranten zum Thema S21 herumärgern sondern auch mit Jod 131, denn zwischen die Bahnhofsgegner mischen sich klammheimlich auch Atomkraftgegner. Dummerweise kommt jetzt auch ein gar nicht billiges Geschäft mit Steuermillionen auf die Medienbühne, denn das Land Baden-Württemberg ist seit kurzem wieder stolzer Besitzer einiger Atomkraftwerke. Nachdem die privatwirtschaft nach der Privatisierung jahrelang gut daran verdienen konnte, hat sie die maroden Meiler doch bei günstiger Gelegenheit an den Staat zurückverkauft — als ob sie es hätten ahnen können. Timing ist wohl wirklich alles.

Und nun liebe Wähler dort draußen? Wie kurz ist das Gedächtnis? Reichen drei Monate Moratorium, damit ihr zu den Landtagswahlen noch brav das Kreuzchen bei Schwarz-Gelb macht, ohne dabei an diesen und ähnlichen Wahnwitz denken zu müssen? Dass das ganze nur ein durchsichtiges Wahlkampfmanöver ist hat Bundesminister Brüderle zur Freude aller politischen Gegner sogar aus Versehen schon zu Protokoll gegeben. Dabei habe ich doch bereits ausdrücklich auf den taktischen Fehler von Politikern hingewiesen, wenn sie unerwartet einmal die Wahrheit sagen – Der Bundeshorst ist ja deswegen auch von seinem Adler verlassen worden.

Die Stromkonzerne besitzen die Frechheit zu behaupten, dass Öko-Strom-Abgaben für die hohen Preise verantwortlich sind. Verschweigen dabei, dass ihre Gewinn-Margen seit Jahren immer dicker werden und die im Rahmen der Prviatisierung oft günstig vom Staat gekauften Netze vor sich hinrotten. Das Märchen von der “billigen” Kernenergie wird gesponnen, die nur aus einem einzigen Grunde überhaupt auch nur ansatzweise bezahlbar ist und das ist der, dass die Risiken und offenen Fragen überhaupt nicht privatrechtlich betrachtet werden müssen. Die Betreiberhaftung eines Kernkraftwerkes ist nach oben hin beschränkt. Alles darüber hinaus ist von keiner Versicherung gedeckt sondern geht rein auf Staatskosten. Ebenso kümmert sich der Steuerzahler brav um die Unwägbarkeiten der Entsorgung … der Steuerzahler der wahrscheinlich demnächst jedes einzelne verrostete Fass aus der Asse wieder ausgraben darf, das man in den letzten Jahrzehnten dort versenkt hat. Und wohin dann damit? Vielleicht in ihren Schrebergarten? Oder zwischen die Bäume mit den Juchtenkäfern mitten in den Stuttgarter Stadtwald? Klammheimlich vor der japanischen Küste im Pazifik verklappen, weil es dort bald sowieso keiner mehr merkt ob es etwas mehr oder weniger strahlt? Am besten stellen wir gleich auch je einen Kastor dort auf, wo sich irgendeine Gemeinde meint gegen eine neue Freilandleitung wehren zu müssen, die Strom von einem Windpark zu den Verbrauchern transportieren soll.

Alles Wahnwitz…

… ach ja, und dann waren da noch die Leute die nur eine Nachricht in den letzten Wochen so wirklich tief betroffen machen konnte. Knut, der Eisbär ist tot. Klar… Millionen Menschen leiden an den Folgen einer Katastrophe, in Afrika und im Nahen Osten nutzen etliche Leute die Gunst der Stunde um im Medienschatten unliebsame Gegner im eigenen Land zu bombardieren und selbst das Elend vor der eigenen Haustür ist meist nicht all zu weit weg, aber wenn im Zoo ein Eisbär umfällt, ja dann gerät offenbar die gutbürgerliche Welt ist wanken. Nichts gegen Problembären egal welcher Färbung, aber sollte man nicht den Blick fürs Wesentliche behalten?

In diesem Sinne – Machs gut, Knut – der Bär hat’s hinter sich, aber wir müssen es auf dem Planeten hier noch eine Weile aushalten. Glückauf! Und sucht endlich mal mit dem eigenen Verstand nach echten Alternativen, auch wenn irgendwelche regierigen Machthaber immer wieder von alternativlosen Entscheidungen faseln. Wenn es so weitergeht ist 2021 ein tiefergelegter Bahnhof mehr oder weniger die geringste unserer Sorgen.

E.T.

Big Brother

Das Ministerium für Wahrheit informiert… Sechs Monate im Leben des Malte Spitz. Wer dort draußen noch immer keine Angst beim Thema Vorratsdatenspeicherung bekommt sollte sich mal dieses Beispiel anschauen. Malte Spitz, ein Politiker der Grünen hat die über ihn von der Telekom gespeicherten Vorratsdaten eingeklagt und einen Teil davon zur Auswertung zur Verfügung gestellt. Mit der Google-Maps Applikation auf Zeit-Online kann man sich erschreckend genau ansehen, wann und wo er sich im verlauf eines halben Jahres herumgetrieben hat.

The Empire Strikes Back

Tja… nun ist es passiert… nach 7 Jahren in denen wir nun schon bei verschiedenen Rechenzentren unseren Server betreiben wurden wir letzte Woche doch tatsächlich gehacked. Zum Glück hat Flo das ganze recht schnell bemerkt und soweit wir das bisher analysieren konnten ist zumindest nichts all zu böses geschehen in der kurzen Zeit in der sich die Schurken des Server mittels eines Rootkits bemächtigt hatten. Das restaurieren des System aus noch nicht infizierten Backups ging recht schnell, allerdings mussten wir ja davon ausgehen, dass das Sicherheitsleck durch das die Angreifer zugriff auf den Server erlangt hatten noch immer Bestand. Daher schlossen sich doch eine ganze Reihe von Stunden an in denen wir uns mit diversen Updates herumschlagen durften. Auch in den nächsten Tagen kann es auf Grund weiterer Aktualisierungen und Umkonfigurationen noch zu kurzzeitigen Ausfällen kommen.

Was lernen wir daraus? “Eternal vigilance is the price of liberty.” In diesem Sinne mag es also als guter Vorsatz für die Zukunft dienen noch mehr Augenmerk auf regelmäßige Sicherheitsupdates zu legen als bisher.

Sicherlich ist dies kein Garant dafür, dass so etwas nicht erneut geschehen kann – die ständigen und unzähligen Angriffsversuche die jede Sekunde auf das System einprasseln machen die Gefahr nur all zu deutlich bewusst.

Böse Welt!

Creative Common License - Autor: Hannibal Poenaru

DOAN HACK MAH SERVRZ!

Vernebelungstaktik

Unsere hoch geschätzten Anti-Terror-Experten haben eine Methode ersonnen, wie den Stromkunden unnötiges Geld aus der Tasche gezog… Kernkraftwerke gegen Attacken per Flugzeug abgesichert werden sollen. Das Zauberwort heißt Nebelwerfer. Getreu dem Vogel-Strauß-Prinzip – “kann ich Dich nicht sehen, dann kannst Du mich nicht sehen” – werden die Gebäude mit den Nuklearreaktoren beim Anflug nicht identifizierter Flugzeuge blitzschnell eingenebelt, um den besoffenen Sportpiloten Terroristen das Zielen zu erschweren. Auch gegen den Einwand, dass bereits ein günstiges GPS-Gerät aus der nächsten Filiale eines Elektronikdiscounters die ganzen Bemühungen zunichte machen dürfte hat man natürlich eine Antwort. Man werde die Navigation im Fall der Fälle nach einem geheimen und nicht weiter spezifizierten aber vom Schwager des Nebelwerferproduzenten von führenden Luftfahrtexperten als wirkungsvoll bezeichneten Verfahren stören. Die Frage was die Anschlagsplaner an einem simplen Besuch der Örtlichkeit zuvor bei gutem Wetter daran hindert mit ihrer Handykamera ein Foto der Gebäude zu schießen und ihre Lage bezüglich der nächstbesten Landmarke abzuschätzen hat sich scheinbar keiner gestellt. Nur eines ist sicher – wer die Zeche dafür zahlen darf. Die Systeme, die sicherlich nicht gerade für einen Appel und ein Ei angeschafft und gewartet werden müssen landen über kurz oder lang natürlich auf der Stromrechnung der Verbraucher – genau wie die Mehrausgaben der Konzerne für die Brennelementesteuer. Letztlich bleiben also die Bürger wie immer die Dummen bei dem Spiel. Nichtsdestotrotz möchte ich weitere Tarnmaßnahmen gemäß folgender Konzeptskizze vorschlagen:

Konzeptskizze - Tarnsystem ZMC

Viel sinnvoller wären die Nebelwerfer doch beim nächsten Castor-Transport einzusetzen, um still, leise und klammheimlich im Schutze eines einzigen Streifenwagens den Castor-Transporter im dichten Nebel an einer Horde verwirrter Demonstranten vorbeizufahren anstatt sich mit mehr Personaleinsatz als bei der letzten Loveparade um die Unterschotterung der Bahngleise zu prügeln. Auch bei Baumfällarbeiten im Stuttgarter Schlossgarten hätte ein wenig Nebel vielleicht Wunder gewirkt.

Womit wir beim zweiten Thema dieser Woche sind – dem Sonderzug mit S21 Gegnern, den sich die Deutsche Bahn nach Berlin gefahren hat, damit diese dort gegen eben jene demonstrieren konnten. Wäre der Streik im Nahverkehr nicht eine prima Gelegenheit gewesen, die Jungs auf irgendein Abstellgleis zu schieben und mit einem leisen “Jetzt erleben sie live was 30 Minuten Fahrtzeitgewinn bedeuten” einfach mal eine Weile stehen zu lassen? Andererseits wäre ich natürlich auch nicht böse, wenn die bereits eingeplanten Finanzmittel stattdessen in einen ähnlichen Umbau des Frankfurter Hauptbahnhofes fließen würden, statt von Stuttgart nach Ulm bauen wir dann endlich die Schnellfahrstrecke von Frankfurt bis Fulda…  ja, schon gut… träumen wird man ja noch dürfen ;-)

Katzen hinter schwedischen Gardinen

Interessantes Experiment… 100 Katzen eine Nacht lang in einem IKEA Einrichtungshaus frei laufen lassen. Man sollte das ganze mal über ein paar Monate ausdehnen – alle Möbel die danach noch halbwegs passabel aussehen bekommen ein Gütesiegel. Ich hätte gerne eine katzenhaarabweisende und kratzbeständige Couch ;-)   Bisher sind mir außer Stahl und Beton keine Materialien bekannt, die diese Anforderungen erfüllen… und weder Metall noch Stein gaben ja bekanntlich sonderlich bequeme Sitzmöbel ab =^^=

Mehr als kalter Kaffee

Keine Macht den Doofen!

Frederick Huntsberry, der Geschäftsführer von Paramount hat in einer Kampfrede gegen Filmparaterie unter anderem folgendes ausgeführt:

Piraterie sei für die organisierte Kriminalität neben Menschenhandel, Identitätsdiebstahl und Kinderpornografie ein weiteres Standbein. Warum solle man Drogen auf der Straße verkaufen, wenn man auch mit Filmpiraterie Geschäfte machen könne.

Ich finde man sollte daher umgehend die Filmpiraterie legalisieren, um Drogenkriminalität, Menschenhandel und Kinderpornografie wirksam zu bekämpfen. Wenn all die Leute mit dem Verteilen von Filmen beschäftigt sind können sie ja nach Huntsburrys Logik keine der anderen Verbrechen mehr begehen. Sicherlich ist die Film- und Meidenindustrie gerne bereit dieses kleine Opfer für eine bessere Welt zu bringen.

Das bisschen Öl…

Adler entflogen

Was es nicht alles gibt… Der Koch will den Brei künftig woanders verderben, Lena gewinnt den Eurovision Song Contest für Deutschland und schon fühlt sich Horst Köhler gezwungen zurückzutreten. Gut, ich denke nicht dass es ihm wie Marcel Reich Ranicki mit seinem Fernsehpreis 2008 ging und er am Ende gar wegen dem Grand Prix sieg die Lust am Amt des Bundespräsidenten verloren hat… Nach dem was als Grund genannt wurde scheint es sich ja um die Vorwürfe dagegen gehandelt zu haben, dass er die Wahrheit auf den Punkt gebracht hat. Zugegeben – für Politiker ist das ja durchaus ein ungewöhnliches Verhalten, da hätte er sich mal bei anderen informieren können, die sich da besser auskennen…

Wahrscheinlich um den Medien irgendwelche dubiosen falschen Gerüchte über die Vertretungsregelung zu ersparen hat er in seiner Rücktrittrede ja noch erklärt wie der Laden weiter läuft. Der Präsident des Bundesrates übernimmt vorerst die Aufgaben, wenn der Adler aus dem Bundeshorst davongeflogen ist… oder eher umgekehrt…, und innerhalb der nächsten 30 Tage wird ein neuer Bundespräsident gewählt – mal gespannt wer das Rennen macht. Lena kommt in dem Fall wohl nicht in Frage, die ist zu jung und darf ja gerade mal seit ein paar Tagen selber bei Wahlen ihre Stimme abgeben. Stefan Raab hingegen könnte mit 44 ja prinzipiell gewählt werden… Ob sich am Ende gar der Koch in die Küche von Schloss Bellevue verirrt? Aber der will ja demnächst aus der Politik raus und endlich wieder dorthin zurückkehren, wo die wahre Macht im Staate liegt – in die Vorstandsetagen der Großkonzerne und Banken.

Das Grand Prix-Lied hab ich bis jetzt übrigens noch gar nicht gehört…

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