Seit Heute bin ich Kunde von DB-Carsharing. “Kommen Sie einfach kurz vor Beginn der ersten Fahrt vorbei und holen sie ihre Kundenkarte am nächsten ServicePoint ab” stimmte schonmal nicht so ganz, die Sache dauerte dort etwas länger als der Hinweis nach der Online-Anmeldung vermuten ließ. So kam ich erst eine gute Viertelstunde nach dem Start meiner Reservierung an dem Fahrzeug an. Ein schnuckliger kleiner Smart sollte es für die erste Fahrt werden.
Das erste Hindernis stellte dann schon das Öffnen des Fahrzeugs mit der RFID-Kundenkarte dar, denn der Fahrzeugcomputer verweigerte hartnäckig den Einlass. Ein kurzes Telefonat mit der Hotline später wurde die Reservierungs-SMS erneut an das Fahrzeug übermittelt und danach durfte ich endlich im Fahrersitz platznehmen. Der Schlüssel war schnell gefunden, doch dann machte ich erstmal ein dummes Gesicht. Wo zum Teufel ist das Zündschloss? Einiges umhergefingere in der dunklen Tiefgarage später war diese Nebenqueste endlich abgehandelt – wer kann auch ahnen, dass beim Smart das Zündschloss in der Mittelkonsole bei der Handbremse untergebracht ist statt wie bei anderen Fahrzeugen üblich am Lenkrad oder zumindest in der Frontkonsole daneben… nun denn, ein kurzer Blick auf den Schalthebel – Tiptronic – ok, damit kann ich leben… Handbremse raus, Rückwärtsgang rein und los.
Bing Bing Bing Bing… das Anschnallzeichen blinkt und will nicht erlöschen… Gurt rein und wieder raus… testweise auch mal am Beifahrergurt gezuppelt… nein das ist es nicht… Also erstmal bei nächster Gegelenheit rechts ran und Handbuch studiert… Die Anschnallwarnung erlischt sobald der Fahrergurt angelegt ist… ist er doch… also nochmal den Gurt lösen und… oh, warum ist denn der Auswurf auf der falschen Seite… aha… da haben wir den Übeltäter, ich habe aus versehen das Beifahrer-Gurtschloss erwischt, die beiden liegen beim Smart ja nun wirklich nicht gerade weit auseinander. So, nun kann es wieder losgehen… Anschnall-Warnung ist aus, kein nerviges gebimmel mehr – perfekt.
An der Kreuzung geht der Motor aus – gut, Spritsparautomatik im Stand, kenne ich schon vom Audi A2 – kein Thema, runter von der Bremse und rauf aus Gas, dann springt er wieder an. Etwas nervig ist, dass ich mich an den meisten Ampeln zur Seite lehnen muss, weil der Rückspiegel mir mitten im Sichtfeld hängt… nungut, kaufen würde ich mir dieses Autochen auf Dauer nicht, aber so schlimm ist es nun auch nicht. Notitz an mich selbst: Das nächste mal plane solche Aktionen nicht gerade mitten in den einsetzenden Feierabendverkehr hinein! Es dauert fast eine Dreiviertelstunde bis ich endlich an meinem Ziel ankomme – eine gefühlte Ewigkeit im Stop and Go. Auf halber Strecke geht mir die Start-Stop-Automatik dann auch auf die Nerven und ich schalte sie ab – diese ständigen Hüpfer beim Anlassen für ein paar Meter aufrücken an der Ampel oder im Stau müssen nun wirklich nicht sein.
Dann stand ich etwas ratlos auf dem Parkplatz, drückte den Öffner für den Kofferraum (ja, der Smart hat tatsächlich eine Stellfläche hinter den Sitzen) und ausser dem Geräusch eines Servos passiert nichts, die Klappe bleibt zu… einiges rumprobieren und dumm gucken später habe ich das Rätsel gelöst. man muss erst oben das Fenster hochklappen (das vom Servo entriegelt worden ist) und kann danach den Rest der Klappe nach unten aufmachen um die Ladekante abzusenken – gewusst wie.
Das Navi ist ziemlich widerspenstig, oder meine Fingerfertigkeit reicht nicht aus für das etwas zu klein geratene Touch-Display des Autoradios… außerdem kannte der Routenplaner mein Ziel nicht, na gut, auf der Rückfahrt ging das dann einfacher, wenngleich mich die befehlsgewohnte Frauenstimme nachdrücklich aus der falschen Richtung in meine Zielstraße schicken wollte, aber hartnäckiges ignorieren der Anweisungen bringt sie dann schließllich zur Einsicht und auf meine Wunschroute zurück.
Drei Stunden DB-Carsharing in der “Klasse 0″ – eine nette Sache, die ein wenig Flexibilität in meine Mobilität bringt, zum Einkaufen oder für Besuche beim Tierarzt doch eine ganz gute Idee. Vor meiner Haustür gibt es gleich mehrere Stationen und zumindest heute waren dort auch diverse Autos im Pool verfügbar. Ich denke ich werde es wieder tun – nur den Berliner Stadtverkehr muss ich großzügiger einplanen. Ich habe schon mit viel Sicherheitspuffer gebucht und letztlich doch beinahe jede Minute davon gebraucht. Es bleiben zwei Mankos bei der Geschichte: 1. Das Fahrzeug muss immer zum gleichen Ausgangspunkt zurück, eine Einwegmiete ist nie möglich und 2. man muss vorher sehr genau wissen wie lange man das Fahrzeug benötigt.







