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Am I smart enough?

Seit Heute bin ich Kunde von DB-Carsharing. “Kommen Sie einfach kurz vor Beginn der ersten Fahrt vorbei und holen sie ihre Kundenkarte am nächsten ServicePoint ab” stimmte schonmal nicht so ganz, die Sache dauerte dort etwas länger als der Hinweis nach der Online-Anmeldung vermuten ließ. So kam ich erst eine gute Viertelstunde nach dem Start meiner Reservierung an dem Fahrzeug an. Ein schnuckliger kleiner Smart sollte es für die erste Fahrt werden.

Das erste Hindernis stellte dann schon das Öffnen des Fahrzeugs mit der RFID-Kundenkarte dar, denn der Fahrzeugcomputer verweigerte hartnäckig den Einlass. Ein kurzes Telefonat mit der Hotline später wurde die Reservierungs-SMS erneut an das Fahrzeug übermittelt und danach durfte ich endlich im Fahrersitz platznehmen. Der Schlüssel war schnell gefunden, doch dann machte ich erstmal ein dummes Gesicht. Wo zum Teufel ist das Zündschloss? Einiges umhergefingere in der dunklen Tiefgarage später war diese Nebenqueste endlich abgehandelt – wer kann auch ahnen, dass beim Smart das Zündschloss in der Mittelkonsole bei der Handbremse untergebracht ist statt wie bei anderen Fahrzeugen üblich am Lenkrad oder zumindest in der Frontkonsole daneben… nun denn, ein kurzer Blick auf den Schalthebel – Tiptronic – ok, damit kann ich leben… Handbremse raus, Rückwärtsgang rein und los.

Bing Bing Bing Bing… das Anschnallzeichen blinkt und will nicht erlöschen… Gurt rein und wieder raus… testweise auch mal am Beifahrergurt gezuppelt… nein das ist es nicht… Also erstmal bei nächster Gegelenheit rechts ran und Handbuch studiert… Die Anschnallwarnung erlischt sobald der Fahrergurt angelegt ist… ist er doch… also nochmal den Gurt lösen und… oh, warum ist denn der Auswurf auf der falschen Seite… aha… da haben wir den Übeltäter, ich habe aus versehen das Beifahrer-Gurtschloss erwischt, die beiden liegen beim Smart ja nun wirklich nicht gerade weit auseinander. So, nun kann es wieder losgehen… Anschnall-Warnung ist aus, kein nerviges gebimmel mehr – perfekt.

An der Kreuzung geht der Motor aus – gut, Spritsparautomatik im Stand, kenne ich schon vom Audi A2 – kein Thema, runter von der Bremse und rauf aus Gas, dann springt er wieder an. Etwas nervig ist, dass ich mich an den meisten Ampeln zur Seite lehnen muss, weil der Rückspiegel mir mitten im Sichtfeld hängt… nungut, kaufen würde ich mir dieses Autochen auf Dauer nicht, aber so schlimm ist es nun auch nicht. Notitz an mich selbst: Das nächste mal plane solche Aktionen nicht gerade mitten in den einsetzenden Feierabendverkehr hinein! Es dauert fast eine Dreiviertelstunde bis ich endlich an meinem Ziel ankomme – eine gefühlte Ewigkeit im Stop and Go. Auf halber Strecke geht mir die Start-Stop-Automatik dann auch auf die Nerven und ich schalte sie ab – diese ständigen Hüpfer beim Anlassen für ein paar Meter aufrücken an der Ampel oder im Stau müssen nun wirklich nicht sein.

Dann stand ich etwas ratlos auf dem Parkplatz, drückte den Öffner für den Kofferraum (ja, der Smart hat tatsächlich eine Stellfläche hinter den Sitzen) und ausser dem Geräusch eines Servos passiert nichts, die Klappe bleibt zu… einiges rumprobieren und dumm gucken später habe ich das Rätsel gelöst. man muss erst oben das Fenster hochklappen (das vom Servo entriegelt worden ist) und kann danach den Rest der Klappe nach unten aufmachen um die Ladekante abzusenken – gewusst wie.

Das Navi ist ziemlich widerspenstig, oder meine Fingerfertigkeit reicht nicht aus für das etwas zu klein geratene Touch-Display des Autoradios… außerdem kannte der Routenplaner mein Ziel nicht, na gut, auf der Rückfahrt ging das dann einfacher, wenngleich mich die befehlsgewohnte Frauenstimme nachdrücklich aus der falschen Richtung in meine Zielstraße schicken wollte, aber hartnäckiges ignorieren der Anweisungen bringt sie dann schließllich zur Einsicht und auf meine Wunschroute zurück.

Drei Stunden DB-Carsharing in der “Klasse 0″ – eine nette Sache, die ein wenig Flexibilität in meine Mobilität bringt, zum Einkaufen oder für Besuche beim Tierarzt doch eine ganz gute Idee. Vor meiner Haustür gibt es gleich mehrere Stationen und zumindest heute waren dort auch diverse Autos im Pool verfügbar. Ich denke ich werde es wieder tun – nur den Berliner Stadtverkehr muss ich großzügiger einplanen. Ich habe schon mit viel Sicherheitspuffer gebucht und letztlich doch beinahe jede Minute davon gebraucht. Es bleiben zwei Mankos bei der Geschichte: 1. Das Fahrzeug muss immer zum gleichen Ausgangspunkt zurück, eine Einwegmiete ist nie möglich und 2. man muss vorher sehr genau wissen wie lange man das Fahrzeug benötigt.

Schluss mit Winter!

Nichts gegen einen tollen Winter mit richtig viel Eis und Schnee, aber so langsam reicht es mir. Natürlich waren die Eisschollen auf der Spree hübsch anzusehen und eine weiße Winterlandschaft hat auch ihren Reiz, aber kann es nicht endlich mal richtig Frühling werden? Ich will mein Rad wieder ausmotten und nicht länger jeden Morgen mit dem Bus zur Arbeit fahren müssen.

Anfang der Woche habe ich heute zum Spieleabend eingeladen mit den Worten “Nachdem der Winter die Hauptstadt nun doch so langsam widerwillig aus seinen Klauen entlässt…”  und heute Morgen treibt ein eisiger Wind dicht an dicht Schneeflocken vor dem Fenster vorbei… argh.

Aber wie heißt es so schön – Wahre Männer zittern nicht weil sie frieren, sondern aus Wut darüber, dass es so kalt ist!

Geld für Müll

Die Medienindustrie sammelt ihr Geld nicht nur über den direkten Verkauf ihrer Produkte sondern auch noch auf kreativere Art und Weise ein. Sogenannte Verwertungsgesellschaften belegen Produkte wie Kopierer, CD-/DVD-Brenner, Drucker, Computer, u.s.w. mit Abgaben, die von den Herstellern dieser Produkte direkt an die Verwertungsgesellschaften abgeführt und natürlich entsprechende Aufschläge über den Preis an die Endkunden weitergegeben werden. Letztlich ist die Geschäftsidee hinter diesem Modell darauf aufgebaut, dass man dem Endkunden unterstellt er würde diese Produkte ja unter anderem zur Vervielfältigung von Musik, Filmen, Büchern, Zeitschriften u.s.w. einsetzen. Es ist schon erstaunlich, dass die Hersteller dieser Produkte das so einfach mitmachen und vor allem, dass Otto-Normal-Verbraucher sich nicht zur Wehr setzt. Mittlerweile ist es ja offiziell dank mehr oder weniger alberner “Kopierschutzmechanismen” und Gesetzen die deren Umgehung unter Strafe stellen größtenteils eigentlich gar nicht mehr möglich die Produkte der Medienindustrie wirklich zu kopieren. Wenn man die Abgaben ernst nehmen würde müsste man doch jeden DVD-Rohling auch ganz legal mit dem neuesten Blockbuster bespielen dürfen – schließlich zahlt man mit dem Kauf des Rohlings ja eine entsprechende Abgabe an die Verwertungsgesellschaften.

Das Wort “Verwertungsgesellschaft” finde ich in diesem Zusammenhang sowieso lustig – es erinnert mich irgendwie an das Duale System – Reststoffsammlung und Müllverwertung. Denn nichts anderes erscheinen mir die meisten Produkte der Medienindustrie zu sein – der immer wieder gleiche Müll, den man recycelt und erneut in bunten Verpackungen verkauft. Die Abgaben auf CD- und DVD-Rohlinge sollen nun neu verhandelt und nach dem Willen der Verwertungsgesellschaften dabei auch gleich kräftig erhöht werden. Wenn man seinen Müll nicht direkt verkaufen kann, dann muss man halt einfach Geld dafür nehmen wollen, dass andere Leute vollkommen andere Dinge verkaufen – genial. Der Gemüsehändler der seine faulen Tomaten nicht mehr los wird erpresst also die Hersteller von Kühlschränken, damit diese ihm eine Abgabe zahlen – schließlich benutzen die Menschen, die die Kühlschränke kaufen diese womöglich dazu um Tomaten darin aufzubewahren.

Angesichts der drohenden höheren Abgaben auf Rohlinge sind einige Leute in Luxemburg und der Schweiz nun offenbar auf eine andere Geschäftsidee gekommen, um ihre alten CD-ROMs zu Geld zu machen. Sie klauen einfach Kundendaten von Banken und bieten diese diversen deutschen Finanzbehörden zum Kauf an. Unsere Politiker wiederum sind nach einiger Diskussion nun gewillt bei den Datenhehlern zu kaufen und den Diebstahl zu belohnen – Wozu haben wir eigentlich ein Bankgeheimnis und Datenschutzgesetze, wenn der Staat sich daran einfach mit den Geldern ehrlicher Steuerzahler vorbeikauft? Bekommen wir demnächst auch wieder eine indirekte Todesstrafe, indem das BKA einfach Auftragskiller auf flüchtige Mörder ansetzt, oder – weniger reißerisch formuliert – bezahlt die Polizei in Zukunft einfach Einbrecher, damit diese Wohnungen durchstöbern, die sie selbst ohne richterlichen Beschluss nicht durchsuchen dürfte? Wirklich lachen musste ich ja über die jüngsten Nachrichten, dass nun immer mehr Trittbrettfahrer auf den Zug aufspringen und ihrerseits solche Steuerdaten-CDs anbieten. Hoffentlich versteuern die Datendiebe wenigstens die Millionen, die der Staat ihnen in den Rachen wirft…. Vielleicht sollten Steuersünder lieber schnell ihre eigenen Finanzdaten an den Staat verkaufen – von dem Erlös können sie dann bei geschickter Verhandlung des Preises auch gleich die Strafe zahlen.

Oder gibt es diese ominösen CDs am Ende überhaupt nicht und man lanciert nur entsprechende Pressemeldungen, damit die sündigen Steuerflüchtlinge aus Angst vor Fahndungserfolgen zur Selbstanzeige schreiten? Angeblich gab es in den letzten Wochen deutlich mehr solcher reumütigen Bürger als in den Monaten davor. Dies wäre dann allerdings ein wirklich geschickter Schachzug der Finanzämter – Pressemeldungen gibt es im Gegensatz zu dubioser Hehlerware nämlich umsonst. Das kann man sich bei Firmen wie Apple abschauen, die eigentlich keinerlei Werbung für ihre Produkte machen müssen, da die Medien freiwillig über jeden pups berichten. Dort geht das ja schon so weit, dass die Presse schon darüber schreibt, dass Gerüchten zufolge vielleicht demnächst eine Pressemeldung herausgegeben werden könnte.

Metropolitan

Brrrr… Nein, ich zittere nicht weil ich friere – ich zittere aus Wut darüber, dass es so kalt ist!

Nach vier Tagen in der Antarktis in der Schleswig-Hollsteinschen Landeshauptstadt bin ich nun endlich wieder wohlbehalten aber abgekämpft zurück in die Zivilisation gekommen. Hier in Berlin ist es zwar kaum weniger kalt, aber dafür haben zumindest die Geschäfte länger als nur bis 20 Uhr geöffnet. Glücklicherweise steht ja auch das Wochenende vor der Tür und ich freue mich schon darauf spätestens am Sonntag einfach nur einen Tag gar nichts zu tun.

Wie schon vor ein paar Wochen habe ich auch diesmal bei der Rückfahrt einen sehr ungewöhnlichen Zug erwischt. Für alle Pufferküsser sei als Geheimtip Montags bis Freitags der ICE 1107 empfohlen. Dabei handelt es sich nämlich mitnichten um einen ICE im eigentlichen Sinne, sondern um einen ehemaligen MetropolitaN, der eingespannt zwischen zwei 101er Loks die Strecke nach Berlin nur geringfügig langsamer befährt als ein regulärer ICE. Diese oft als “schönste Züge der Bahn” bezeichneten Garnituren pendelten früher als spezielles Angebot für Geschäftsreisende zwischen Köln und Hamburg. Die MetropolitaN GmbH – ein Tochterunternehmen der Bahn – wollte damit in Konkurrenz zu Flugverbindungen treten.

Während ich bei meiner ersten Fahrt in Unkenntnis der Situation leider in den etwas “billig” bestuhlten letzten beiden Wagen saß nahm ich dieses mal im vorderen Zugbereich auf einem bequemen Ledersessel platz. Das Interieur in Holz, Metall und Leder sieht wirklich sehr edel aus und die indirekte Beleuchtung trägt ebenfalls zu einer angenehmen Atmosphäre bei. Einzig das Aussteigen gestaltete sich etwas schwierig, da unser Wagen nur im hinteren bereich über Türen verfügte und im vorderen Teil im Übergang zum Bistro-Wagen nur ein Notausgang vorgesehen ist.

MetropolitaN

(c) Sebastian Terfloth Quelle: Wikimedia-Commons

Teure Brötchen

Der Gesetzgeber hat in all seiner Weisheit beschlossen die einheimischen Hoteliers steuerlich zu entlasten und für Übernachtungen im Hotels und Gasthäusern in Zukunft nur noch den ermäßigten Steuersatz von 7% statt dem bisherigen vollen Mehrwertsteuersatz von 19% zu verlangen. Natürlich werden die Unternehmer die so gewonnenen Einnahmen kaum ihren Kunden in Gestalt günstigerer Preise weitergeben, sondern einfach einstreichen, aber als Wirtschaftsförderungsmaßnahme ist das wohl auch genau so gewollt.
Leider hat man dabei aber die ganzen Geschäftsreisenden vergessen. Diese konnten bei netten Arbeitgebern nämlich bisher einfach Übernachtung und Frühstück als eine gemeinsame Summe ausweisen lassen und bekamen dafür einfach anteilig das Frühstück vom steuerlich anerkannten Tagessatz der Verpflegungspauschale abgezogen (entspricht ~ € 4,80). Da das Frühstück aber nun ja zwangsweise auf der Rechnung gesondert ausgewiesen werden muss (es wird ja weiterhin mit 19% besteuert) zahlen die Firmen nur noch die Übernachtung und das Frühstück muss von den Geschäftsreisenden privat abgerechnet werden – bzw. es wird gegen die Verpflegungspauschale angerechnet. Nur in welchem Hotel bekommt man für € 4,80 ein Frühstück? Die zugegeben oft gut ausgestatteten Buffets kosten meist zwischen 9 und 12 Euro – zu viel für eine Tasse Kaffee, zwei Brötchen und 200 ml O-Saft. Schade um die “wichtigste Mahlzeit des Tages” – ich denke die wird auf den meisten Dienstreisen in Zukunft wohl ausfallen. Ob das dann wirklich im Interesse der Hoteliers ist wage ich dann doch zu bezweifeln.

Zug um Zug

So, es ist mal wieder an der Zeit mein Blog etwas abzustauben. Einiges ist passiert im letzten Monat aber irgendwie nur weniges das seinen Weg hier herein findet…

ICE

ICE 1

“Zug um Zug” hab ich getitelt und jede Menge Züge und Zug gab es auch im Dezember. Gleich zweimal bin ich zu meinen Eltern gefahren und habe dabei stapelweise Upgrade-Gutscheine der Bahn verbraten. Das Bahnfahren in der ersten Klasse macht wirklich Spaß – schade das der Aufpreis ohne die Gutscheine so happig ausfällt ;) – aber wie ich spätestens bei der Zweiten Reise zu Weihnachten feststellen konnte hat das auch entscheidende Vorteile – trotz voller Züge hat man dennoch ein Abteil für sich alleine und unanständig viel Platz um sich auszubreiten. Unerfreulich war lediglich die Umsteigesituation in Hanau am Heilig Abend. Es wäre vielleicht ganz sinnvoll, wenn die Bahn bereits am vorherigen Bahnhof nicht erreichbare Anschlusszüge ankündigen würde. So erfuhr ich leider erst in Hanau, dass der IC mit dem ich eigentlich nach Aschaffenburg weiterfahren wollte über 45 Minuten Verspätung hatte. Besonders ärgerlich dabei ist, dass ich kurz nach der beinahe pünktlichen Passage meines ICE in Fulda bereits meine Schwester informiert hatte, die mich in Aschaffenburg am Bahnhof in Empfang nehmen sollte. So musste nicht nur ich in Hanau auf dem Bahnsteig frieren sondern auch meine Schwester in Aschaffenburg warten, bis ich endlich mit einem Regionalzug dorthin weiterfahren konnte.

Treibeis in der spree

Ice 2

Kalte Luft gab es dann auch nach meiner Rückkehr im heimischen Wohnzimmer in Berlin. Eines der Fenster schließt scheinbar nicht richtig und ein frostiger Lufthauch zieht durch die Dichtungsgummis. Die Eisschollen, die draußen auf der spree vorbeitreiben sorgen dazu auch nicht gerade für ein mollig warmes Gefühl. Nachdem zwischen den Feiertagen natürlich Niemand bei der Hausverwaltung aufzutreiben war hatte ich nun Heute endlich Besuch von zwei Handwerkern, die das Fenster untersuchten. Viel gemacht haben sie letztlich allerdings auch nicht wirklich. Hier und da mal die Mechanik geölt, die Schließvorrichtung etwas umjustiert und das wars… hoffentlich bringts etwas – ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Bemühungen auch von Erfolg gekrönt waren. Ganz anders wurde es mir ja schon, als die Beiden zur Tür herein marschierten und der eine dabei eine Brechstange im Anschlag hielt… aber über den Kopf gezogen hat er sie mir dann zum Glück nicht ;-)

Der Rest meiner letzten Urlaubswoche ist etwas ereignislos und verschlafen abgelaufen. Nach einer Exkursion zur Niederlassung eines schwedischen Möbelhauses in Südberlin am Montag, die ich dazu nutzte einige der Dinge die bei der Silvesterparty vermisst wurden zu meiner Küchenausstattung hinzuzukaufen, habe ich es am Mittwoch nur zu einer Runde in den Baumarkt geschafft. Aber auch das relativ lange Suchen in den Regalen dort war bis auf eine Energiesparbirne ohne Ergebnis verlaufen.

Die Silvesterparty als solche hat hoffentlich allen Beteiligten Spaß gemacht – wir waren glaube ich um die 18 Personen und haben nicht nur mit Drei Raclette-Grills ein mächtiges Fressgelage veranstaltet sondern auch etliche Cocktails vernichtet. Der Blick um 12 Uhr oben aus dem 10. Stock von einem Balkon auf Berlin Mitte war jedenfalls beeindruckend. Sogar das Großfeuerwerk am Brandenburger Tor war zu sehen. Die Party-Schäden sind erst zum Teil beseitigt. Die Küchenwand benötigt noch einen zweiten frischen Anstrich, die erste Lage Farbe reichte nicht um den Fleck des explodierten Cocktails vollständig abzudecken und bei Gelegenheit muss ich noch einen Wachsklecks aus dem Couchbezug herausbügeln. Zum Glück sind die eingebrannten Spuren der Konfettis auf dem Esstisch inzwischen weg – die rosa Scheinchen wären auf Dauer wirklich peinlich gewesen. Allerdings hat das Rubbeln mit aggressiveren Reinigungsmittelchen einige matte Stellen hinterlassen – mal sehen ob da irgendeine Art von Möbelpolitur hilft. Apropos… das hab ich Gestern im Baumarkt vergessen…

Morgen steht nun der erste Spieleabend im neuen Jahr an – mal sehen ob die Gäste dem Fenster Dichtigkeit bescheinigen oder ob es noch einige gibt, die meinen im Zug zu sitzen.

Allseits nochmal ein Frohes neues Jahr und Viel Glück und Erfolg in 2010.

(Foto vom ICE: (c) Oberau-Online@Flickr)

Jesse

Mein Kater Jesse wurde im Alter von gerade einmal sieben Jahren heute Vormittag eingeschläfert. Nierenversagen auf Grund von wahrscheinlich durch eine Erbkrankheit ausgelösten Tumoren und keine Chance mehr auf Besserung. Die letzten beiden Wochen wurde noch mit Spezialfutter, Medikamenten, Spritzen und Infusionen gekämpft, aber nun hatte es letztlich keinen Sinn mehr. Um ihm das Verhungern innerhalb der nächsten Tage zu ersparen habe ich mich für Euthanasie entschieden.

Ich werde ihn schrecklich vermissen :-(

Skandal: Ausländerfeindliche Versandhändler

Ich besitze eine Kreditkarte der Deutschen Lufthansa, genauergesagt eine Mastercard – ja ich weiss, ich hätte auch lieber VISA, aber die Lufthansa hat leider vor einiger Zeit auf Mastercard umgestellt… Zur Sache:

Ich habe Gestern versucht bei einer hessischen Firma in Linden, nennen wir sie mal einfach Oldernäde etwas zu bestellen. Die Kreditkartenzahlung wurde auch ganz normal eingeleitet, ich landete auf einer Secure-Code-Seite von Mastercard, gab meine Daten ein, Mastercard gab grünes Licht für die Zahlung und dann… ja dann… dann kam eine dubiose Fehlermeldung vom Oldernäde Webshop, dass ich die Zahlung abgebrochen hätte. Ich stellte nach mehreren erfolglosen Versuchen mit verschiedenen Browsern erst einmal eine eMail-Anfrage zum Thema und machte mich erstmal an mein Tagwerk.

Am Abend hatte ich noch immer keine Antwort auf meine Mail erhalten und fragte daraufhin telefonisch nach, wo das Problem liege. Laut einem Mitarbeiter von Oldernäde habe der Payment-Service-Provider (in Fall von Oldernäde ist das die Postbank) angegeben, dass die Karte über ein Konto in den USA abgerechnet würde und Oldernäde akzeptiere nur deutsche Kreditkarten. Verdattert fragte ich was denn an meiner guten arischen Lufthansa Karte, die über ein groß gewachsenes blauäugiges und knall-blondes Postbankkonto abgewickelt wird nicht deutsch genug sein soll und der Mitarbeiter setzte mich darüber in Kenntnis, dass es gerade mit den Miles-and-More-Kreditkarten der Lufthansa öfter das Problem gäbe, dass diese scheinbar aus den USA oder Luxemburg abgerechnet würden und die Firmenleitung von Oldernäde hätte in all ihrerer Weisheit beschlossen solche Zahlungsformen nicht zu akzeptieren sondern nur auf die Kreditkarten des Führers einheimischer Banken zu vertrauen.

Ich rief daraufhin bei Lufthansa an und fragte nach, was denn nun mit meiner Karte los sei. Dort zeigte man sich zutiefst irritiert, schließlich handele es sich um Nummernkreise die ganz eindeutig Deutschland zugeordnet wären, die Karte wird direkt über mein Postbankkonto abgerechnet und von irgendwelchen angloamerikanischen umtrieben bei der Zahlungsabwicklung wisse man nichts. Allerdings war Lufthansa nicht gewillt sich mit Oldernäde auseinanderzusetzen. Man empfahl mir lediglich doch besser nicht bei einer Firma einzukaufen, die offenbar nicht in der Lage ist eine Kreditkartenzahlung ordnungsgemäß abzuwickeln.

Lange Rede kurzer Sinn – wer mich nicht als Kunde haben will, der hat halt Pech gehabt. Ich habe meinen Einkauf bei einem anderen Unternehmen getätigt und dort mit derselben Karte problemlos gezahlt.

Albernes Nachspiel am heutigen Tage: Eine Antwort von Oldernäde auf meine eMail Anfrage – ob ich denn meine Kreditkartendaten korrekt eingegeben hätte und ob das Limit für den Einkauf ausreiche… drei Zeilen Text, der darauf schließen lässt, dass die betreffende Mitarbeiterin von Oldernäde sich nicht einmal die Mühe gemacht hat den Vorgang in den Aufzeichnungen nachzuschlagen.

Die Wahl der Qual

Nein, hierbei handelt es sich nicht um einen weiteren Artikel zu den kommenden Bundestagswahlen, auch wenn “Die Wahl der Qual” auch dafür durchaus ein passender Titel sein könnte, denn wer auch immer uns in den nächsten vier Jahren regieren wird eine große Zuversicht löst keine der realistischen Möglichkeiten in mir aus.

Zum eigentlichen Thema – ich bin bei meiner täglichen Presse-Übersicht in der Mittagspause auf folgenden Artikel gestoßen, der meinen Sarkasmus-Detektor ausgelöst hat: “Beeinträchtigte Hirnfunktionen: CIA Folter war kontraproduktiv”. Ein australirischer Wissenschaftler ist durch ausführliches Literaturstudium (allein dies als offenbar einzige(???) Forschungsmethode ist schon ein Kopfschütteln wert) zu der Erkenntnis gelangt, dass die durch die CIA an unschuldigen Menschen Terrorverdächtigen durchgeführten Folterungen Verhöre eventuell kontraproduktiv gewesen sein könnten. Kernpunkt der überraschenden Neuentdeckung ist die Tatsache, dass Menschen unter Folter gerne mal das ein oder andere Erzählen, das die Peiniger hören wollen, nur damit die Qual ein Ende hat.

Nun… wer hätte das geahnt? Sicherlich handelt es sich doch bei den unzähligen verbrannten Frauen im Mittelalter fast überwiegend um geständige Hexen, die sich im Angesicht der Heiligen Inquisition selbstverständlich zu ihren schwarzmagischen Umtrieben bekannt haben um ihre Seelen noch zu retten, die im Unterschied zu ihren Körpern ja noch eine Chance hatten.

Seltsam mutet auch die Aussage an, dass die von der CIA ausgeübte Art der Folter “offenbar nicht auf den modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen darüber, wie Erinnerung und kognitive Gehirnfunktionen arbeiteten”. Ich kann nur hoffen, dass SpOnline hier mit den übersetzten Zitaten dem armen Iren nur etwas in den Mund legt, dass der Sarkast in mir zwischen den Zeilen liest. Denn natürlich hätte keiner etwas gegen die Methoden der CIA gehabt, wenn sie sich doch wenigstens an modernen Erkenntnissen orientieren würden. Schließlich gibt es weitaus effizientere und Zielführendere FolterVerhörmethoden, die man stattdessen hätte anwenden können, oder?

In diesem Sinne – auf die Wahl der Qual kommt es an!

Ich hoffe inständig, dass im Originalartikel des Wissenschaftlers durchaus auch und nicht zu knapp auf die “geringfügigen” ethischen Probleme aller erdenklichen Foltermethoden eingegangen wird. Egal wie modern die wissenschaftlichen Erkenntnisse sein mögen auf denen diese beruhen. Nichts für all zu zarte Gemüter ist im Übrigen der Bericht eines Folteropfers, den SpOnline als Sidebar links neben den Artikel gesetzt hat – lesenswert doch unter Umständen vielleicht dennoch oder gerade deswegen.

Wie unschuldig waren doch noch die Zeiten in denen man bei dem Wort “Waterboarding” eher an eine neue Wassersportart dachte…

Beeinträchtigte Hirnfunktionen

CIA-Folter war kontraproduktiv

Klarmachen zum Ändern!

Gegen eine Politik der Angst und des blinden Aktionismus!

Gegen die Einschränkung von Grundrechten!

Gegen den Überwachungsstaat!

Für eine Politik der Freiheit und der Vernunft!

Für eine offene und transparente Demokratie!

Für die Freiheit von Wissen und Kultur!

Heute in einer Woche sind Bundestagswahlen – macht von Eurem Wahlrecht gebrauch und geht wählen, der Eintritt zum Wahllokal ist frei und es kostet nur ein paar Minuten Zeit, oder aber besorgt Euch Briefwahlunterlagen und gebt Eure Stimme schon im Vorfeld in den nächsten Briefkasten.

In diesem Sinne – klarmachen zum Ändern!


Klarmachen zum Ändern!
Klarmachen zum Ändern!
Klarmachen zum Ändern!
Klarmachen zum Ändern!

P.S.: Man beachte in diesem Zusammenhang auch meine anderen Ergüsse zum Thema Politik in den letzten Monaten/Jahren.

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