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Freistaat für Freiheit

Nein nicht Bayern sondern der Freistaat Sachsen schickt sich an dem Bund im letzten Moment einen rettenden Balken zwischen die Beine (oder eher in die Speichen?) zu werfen und das umstrittene BKA Gesetz im Bundesrat doch noch zu kippen. Die Sächsische SPD, die das Land zusammen mit der CDU in einer großen Koalition regiert hat auf Antrag der JuSos die Ablehnung des Gesetzes, d.h. die Enthaltung der Stimme Sachsens im Bundesrat beschlossen. Ohne die 4 Stimmen des Bundeslandes fehlen dem Gesetz die erforderlichen Stimmen in der Länderkammer, denn auch alle Landesregierung mit Beteiligung von FDP, Grünen und der Linken werden sich enthalten.

Das Gesetz, das vergangene Woche vom Bundestag angenommen wurde, gibt dem BKA weitgehende Rechte und entmachtet damit vor allem auch die Staatsanwaltschaften. Auch wäre damit für viele Aktionen wie z.B. die heimliche online-Durchsuchung von Computern keine besondere richterliche Anordnung mehr nötig. Im Gegensatz zu Geheimdiensten steht das BKA zudem nicht unter besonderer parlamentarischer Kontrolle und viele Kritiker des Gesetzes sehen darin Gefahren für die freiheitliche Grundordnung der Bundesrepublik.

Es ist wie einige andere Gesetze aus Schäubles berüchtigtem Anti-Terror-Katalog wieder ohne Rücksicht auf die Rechtsprechung der Karlsruher Verfassungshüter ausgelegt und sollte es den Bundesrat doch noch passieren sind Verfassungsbeschwerden und Zwangsweise Anpassungen des Gesetzes zu einem späteren Zeitpunkt zu erwarten. Allerdings wäre es bis zu diesem Zeitpunkt erstmal in Kraft.

Der Freistaat Sachsen, bzw die sächsische SPD könnte uns Allen diese Zeit der Ungewissheit erstmal ersparen, indem das Gesetz gar nicht erst in Kraft tritt. Vielleicht nimmt sich aber auch die Bundes-SPD endlich ein Beispiel und besinnt sich auf Grundwerte wie Freiheit und Demokratie.

Ich kann nur hoffen, dass immer mehr Menschen anfangen sich gegen die Einschränkung ihrer Bürgerrechte unter dem Deckmantel der Abwehr gegen die angeblich allgegenwärtige Terrorgefahr zu wehren. Nicht nur in den USA ist es Zeit für eine Veränderung. Auch hierzulande muss endlich Schluss sein mit einer paranoiden Politik der Angst. Freiheit ist nicht nur ein Wort. Bürgerrechte dürfen nicht nur auf dem Papier existieren und erst recht nicht von diesem auch noch getilgt werden.

FREIHEIT STATT ANGST!

Yes, we can! :-P

P.S.: Hintergrundinfos zum Thema

Duck and Cover

Kalifornien, einer der am dichtesten besiedelten US Bundesstaaten liegt bekanntermaßen an der Grenze der Pazifischen und der Nordamerikanischen Platte. Zur Vorbereitung der Bevölkerung hat die Regierung unter Gouverneur Schwarzenegger eine große Aufklärungskampagne ins Leben gerufen.

Irgendwie erinnert mich das etwas an die "Duck and Cover" Filme aus den 50ern:

Wer weiß an welche Szene aus dem Hitchhikers Guide to the Galaxy bzw. einer seiner Fortsetzungen ich bei diesem Clip hier denken muss?:

Computerviren mal anders

Eigentlich hab ich es ja zuerst für einen Scherz gehalten als ich folgende Schlagzeile bei Heise-Online entdeckt habe:“Google wertet Suchanfragen zum schnellen Erkennen von Grippe-Erkrankungen aus” aber der Artikel ist offenbar durchaus ernst gemeint.

Anhand von Suchanfragen zum Thema Grippe möchte Google frühzeitig den Ausbruch des Virus erkennen noch bevor er den Gesundheitsbehörden bewusst werden kann. Irgendwie ist das ganze etwas unheimlich, wenn man bedenkt welche Daten Google alles von den Netzbürgern erfasst und beliebig miteinander verknüpfen und ausbeuten kann. Ich fände es z.B. nicht weit hergeholt, wenn das Heimatschutzministerium die Suchmuster potentieller Terroristen identifiziert und sozusagen eine Rasterfahndung unter allen Google-Nutzern durchführt… die Anwendungsfälle und möglichen Begehrlichkeiten die Googles Datenberge wecken können sind schier unendlich.

Wer sich über den Stand der vermuteten Grippefälle in den USA orientieren will kann das nun hier tun.

Von Mäusen und Menschen

Während Österreichische Wissenschaftler in ihren Studien über die Krebsgefahren von Mobilfunkmasten schon einmal die Kleinigkeit übersehen, dass am untersuchten Ort zwar Krebsfälle auftraten, aber leider kein Mobilfunkmast stand (Heise Online und Luftbild des betreffenden Daches), sind die japanischen Wissenschaftler deutlich erfolgreicher.

Aus einer 16 Jahre lang in einem Tiefkühlfach gefrorenen Maus (was hat man sich eigentlich gedacht, als man die vor 16 Jahren da rein hat?) gelang es den Forschern vier Klone zu erzeugen. Leider verstarb eines der Mäusebabies gleich nach der Geburt an Atemproblemen und ein weiteres hatte das eher zweifelhafte Vergnügen am zweiten Tag seines zweiten Lebens von der Leihmutter gefressen zu werden. Zumindest laut dem Pressebericht planen die Wissenschaftler nun nicht etwa die Erschaffung von Klonkriegern, sondern die von Kriegselefanten Mammuts. Zumindest dürften diese Babies dann zu groß sein, als dass sie von ihren Leihmüttern gefressen werden könnten.

Fast so klein und unbedeutend wie Mäuse sind die beiden Dörfer Dixville Notch und Hart’s Location, die traditionell die Präsidentschaftswahlen in den USA eröffnen, und deren Bewohner dafür eigens schon um Mitternacht anstehen, um ihre Stimmen abzugeben. So dürfen sich die Hand voll Menschen in den kleinen Siedlungen jede Wahlperiode einmal so richtig wichtig fühlen. Gewählt wurde in beiden Orten nach einem Bericht der Tagesschau übrigens Barack Obama, der sich darüber aber wohl kaum sonderlich freuen dürfte angesichts des Todes von Oma-bama.

Vielleicht sollte man das Modell für die wahrscheinlich bald anstehenden hessischen Neuwahlen adaptieren und die Wahllokale in Offenbach nur von 0 Uhr bis 1:30 Uhr öffnen?

Die Milch macht’s!

Noch etwas zum Tage – wer erinnert sich noch an den Streik der Milchbauern auf Grund der zu niedrigen Preise für Milchprodukte in den Supermärkten? Das hier dürfte die Kuhbesitzer kaum freuen. Wobei auch die eigentlich nach dem Streik beschlossene Erhöhung der Preise irgendwie kaum merkbar war. Ich zahle schon lange exakt zwei Euro für einen Pack Frischmilch und einen Pack frisch gepressten Orangensaft, wenn ich Morgends vor der Arbeit im Lidl vorbei tapse.

Angeblich herrscht bei den Molkereien jetzt ein Überangebot – ich kann das insoweit bestätigen, als dass auch in meinem Kühlschrank untypischer Weise derzeit ein Überangebot an Milch herrscht – mein Lebensmitteldealer hat leider die 1,5 Liter Pack der haltbaren 0,1er Milch abgeschafft und ich muss nun ersatzweise Frischmilch kaufen. Die schmeckt zwar sogar etwas besser, aber leider hält sie sich nicht so lange. Bis Morgen müssen noch 3 Liter weg ;-)  

In diesem Sinne, Prost!

Ypsilantis Rache

Als ich noch in Darmstadt studiert habe (wohlgemerkt als Exil-Unterfranke und nicht als Hesse) durften die Eingeborenen zur Wahl schreiten und haben für mich total unverständlich den überführten Lügner Roland Koch ein weiteres Mal ins Amt befördert. Bei der Letzten Wahl nun reichte es für die CDU nicht mehr zur Mehrheit aber auch jede andere angedachte Koalition scheiterte. Seit etlichen Monaten regiert nun Koch weiter das Land bis sich irgendwann einmal ein Nachfolger finden möge – sozusagen belgische Verhältnisse.

Heute nun scheiterte die Probeabstimmung über die geplante Rot-Gründe Minderheitsregierung unter Duldung der Linken. Ausgerechnet aus dem eigenen SPD-Lager haben vier Abweichler Frau Ypsilanti einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Tagesschau titelte “Ypsilanti bringt HR-Server zum Absturz” und liefert mir damit meinen Aufhänger. Gemeint ist aber kein Akt des Cyberterrorismus aus Enttäuschung über ihre Parteimitglieder, sondern ein schwachbrüstiger Server des Hessischen Rundfunks, der dem Interesse der Bürger an der Nachrichtenmeldung über die Gescheiterte Probeabstimmung nicht gewachsen war – und für sowas zahlen die Menschen im Land GEZ Gebühren auf ihre internetfähigen PCs – pfui!

C.S.I. Khunchom

Nach (zu) langer Pause hat sich Heute endlich mal wieder unsere DSA Runde zusammengefunden. Für alle denen die Abkürzung nichts sagt – Das Schwarze Auge ist ein sogenanntes Pen&Paper Rollenspiel.

Man darf sich das in etwa so vorstellen, dass eine Horde Freaks Gruppe Spieler um einen Tisch sitzt. Einer von Ihnen markiert den Meister und ist für die Phantasiewelt als solche sowie alle möglichen für die Geschichte wichtigen oder unwichtigen Orte, Gegenstände, Stadtbewohner u.s.w. verantwortlich. Er spielt nicht gegen die anderen Spieler, aber sorgt dafür, dass sie sich schon ein wenig anstrengen müssen, um die ihnen gestellte Aufgabe zu lösen und sich dabei auch Rollentypisch verhalten. Die Spieler am Tisch haben vor sich je einen Papierbogen, der den Charakter ihres Helden beschreibt, seine Fähigkeiten, Schwächen, Eigenarten und seinen weltlichen Besitz – alles ist auf dem Heldenbogen notiert und in Zahlenwerte gefasst. Auf diese Werte würfeln die Spieler sog. Proben meist mit je drei 20-seitigen Würfeln. Je erfahrender ein Held in einer gewissen Tätigkeit ist, desto mehr "Ausgleichspunkte" hat der Spieler zur Verfügung, um einen schlechten Würfelwurf zu kompensieren. Schafft er eine Probe dennoch nicht so hat das je nach Spielsituation unterschiedlich schwerwiegende Konsequenzen (für den Helden, nicht den Spieler ^^ ) Aber der Meister sorgt auch hier dafür, dass der Spielspass nicht zu kurz kommt und der Held nicht nur durch einen dummen Patzer beim Würfeln das virtuelle Leben verliert.

Was die helden in der Phantasiewelt sagen und tun entscheiden die Spieler, indem sie es beschreiben und miteinander sowie mit der Welt und ihren Personen (d.h. dem Meister) interagieren. Dabei gilt das eiserne Rollenspielgesetzt "gesagt, getan" und so manche etwas unüberlegte und vorlaute Spielerzunge sorgt dann auch dafür, dass der betreffende Held auch mal eine ebenso unüberlegte Entscheidung trifft.

Die Fantasiewelt des schwarzen Augen spielt dabei in einem mittelalterlichen Umfeld auf dem Kontinent Aventurien und der Welt Dere, die die meisten ihrer Bewohner für eine Scheibe halten. Natürlich gibt es rollenspieltypisch auch phantastische Wesen wie Elfen, Zwerge, Orks oder gar Drachen und auch Magie und Götter haben durchaus realen Einfluss auf die Welt, aber Helden müssen sich ebenso mit ganz Bodenständigen Problemen auseinandersetzen, wie etwa wo sie trockenes Holz für ein Lagerfeuer herbekommen, wie man den Zoll am Stadttor zussamenkratzt, wenn man mal wieder abgebrannt ist, oder der Tatsache, dass man sich ständig vor Taschendieben in Acht nehmen muss, die dem Helden gerne mal das sauer verdiente Gold wieder abluchsen. 

Unsere Helden befinden sich noch immer in Khunchom und missgebrauchen fleißig ihre Macht als Sonderermittler im Auftrage des Herrscherhauses, um einen Kunstraub aufzuklären. Bei der Gelegenheit wird dann aber auch schon mal die Wohnung einer alten Rivalin mit freundlicher Unterstützung der Stadtwache aufgebrochen und durchsucht und Steckbriefe einiger Widersacher an den Toren aufgehängt, die nicht wirklich direkt etwas mit der Sache zu tun hatten. Wir sind gespannt, wie das Herrscherhaus auf die Spesenrechnung reagieren wird, auf der dann Ausgaben für gewisse Bordellbesuche rahjagefällige Dienstleistungen oder BestechungsSpendengelder an die lokale Diebesgilde Phexkirche auftauchen.

Im Moment planen wir für diesen Monat noch zwei weitere Spieltermine, hoffentlich klapt das alles :) Viel gelacht haben wir auf jeden Fall wieder, auch wenn es diesmal keine "Action" in Gestalt eines mit Würfeln ausgefochtenen Kampfes gab.

Deichrasen

Im Gegensatz zu Radieschen, das sich aus den gleichen Buchstaben bilden lässt, ist Deichrasen leider kein echtes Wort. Schade eigentlich, hätte satte 10 Punkte gebracht.

Gestern Abend habe ich an einem Pubquiz teilgenommen. So nennt man die lustigen Veranstaltungen die regelmäßig in Irish Pubs stattfinden und bei denen die Teilnehmer in Gruppen gegeneinander antreten und allerlei knifflige Fragen beantworten müssen. Von der griechischen Mythologie über aktuelles politisches Zeitgeschehen und Entertainment bis hin zum bestimmen von dargereichten Desserts erstreckt sich ein weit gestreutes Spektrum an Fragen bei dem (hoffentlich) mindestens einer am Tisch noch die richtige Lösung weiß oder zumindest einen erfolgsversprechenden Rateversuch abgeben kann.

Warum wir allerdings der Meinung waren, dass 89 Kisten Mineralwasser locker in einen Peugot-Kombi passen, konnten wir am Ende selbst nicht mehr nachvollziehen… dabei handelte es sich immerhin um den Mittelwert von 5 Schätzungen der Teilnehmer am Tisch ;-) . Die richtige Antwort ist übrigens 24 :-)

Trotz diesem unglaublichen Beweis von Kompetenz haben wir es immerhin noch in die obere Hälfte der Rangliste geschafft und ohne den Schnitzer mit dem Deichrasen wäre es sogar Platz 2 geworden. Aber eine Flasche Whiskey gibt es ohnehin nur für den ersten Platz. In der Scrabble-Runde gilt es nämlich ein möglichst langes Wort aus 10 Buchstaben zu bilden und es gibt pro Buchstabe einen Punkt – riskiert man aber ein 10 Buchstaben Wort, das sich dann nicht als gültig durchsetzen kann gibt es gar keine Punkte und man wäre mit einem kürzeren aber sicheren Wort viel besser gefahren.

Sogar in die Jackpot-Runde am Ende, bei der man 5 schwierige Fragen komplett richtig beantworten muss, haben wir es geschafft – was ansonsten nur noch zwei anderen der ca 15 bis 20 Teams gelang. Leider haben wir bei der dann folgenden Stichfrage nicht ganz so gut geschätz wie die Siegergruppe, die sich über 120 Euro freuen durfte.

Vom Thron gefallen

Nach 46 Jahren ist es nun vorbei mit der absoluten Mehrheit der CSU in Bayern. Kaum zu glauben, aber Edmund & Co haben es innerhalb einer Wahlperiode von satten 60,7% auf 43,4% geschafft – sozusagen mit der Geschwindigkeit eines Transrapid.

Mal gespannt mit welchem Koalitionspartner man jetzt versuchen wird den Karren wieder aus dem Dreck zu holen – Freie Wähler oder FDP. Die Regenbogenkoalition aller anderen Parteien gegen die CSU wäre sicherlich am lustigsten, aber wohl sehr unrealistisch.

Ungewöhnliche Zaungäste

Hier schaut gerade jemand zum Bürofenster herein. Das ist insofern bemerkenswert, als dass sich mein Büro im 5ten Stock befindet und es vor dem leicht schrägen Fenster senkrecht in den Innenhof hinunter geht.

Der Mann, der da gerade mein Fenster putzt, hat sich dafür eigens vom Dach abgeseilt und hängt nun wie eine Spinne im Netz vor den Scheiben und schwingt sich von Seite zu Seite, um alle Fenster zu erreichen.

Ob die Scheiben dabei nun wirklich sauber werden ist eine ganz andere Frage, es regnet nämlich gerade und frische Wasserflecken wird es also gleich anschließend geben.

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